Dornier Do 335

Die Dornier Do 335 war eines der revolutionärsten Kolbenflugzeuge des zweiten Weltkrieges. Die ungewöhnliche Anordnung des zweiten Motors im Flugzeugheck reduzierte den Lufwiderstand im Vergleich zu konventionellen zweimotorigen Mustern ganz erheblich und verhalf der Maschine zu Höchstleistungen. Der Erstflug fand am 26. Oktober 1943 in Mengen statt. Nur wenige Maschinen wurden gebaut.

Die letzte erhaltene Maschine, eine Do 335 A-0 mit der Werknummer 240102, war eine Vorserienmaschine und ist heute im Stephen F. Udvar-Hazy Center des  National Air and Space Museums (NASM) am Dulles Airport bei Washington DC ausgestellt.

 

Technische Daten:

Baujahr: 1943

Die letzte erhaltene Dornier Do 335, WNr. 240 102, im Udvar-Hazy Center des NASM. Das Flugzeug gehört zur Nullserie A-0. 

Do 335 im Udvar-Hazy-Center

Länge: 13,85 m
Spannweite: 13,80 m
Höhe: 5,00 m
Flügelfläche:

38,50 m2

Motor: DB 603 A
Motorleistung: 1750 PS
Anzahl Motoren: 2
Geschwindigkeit: 735 km/h
Reichweite: 2150 km
Gipfelhöhe: 11500 m
Einsatzzweck: Jäger
Besatzung: 1 Mann
Spitzname: Ameisenbär, Pfeil
Bewaffnung: 2 MG 151/20
1 Mk 103
Leergewicht: 7400 kg
Landegewicht: 8450 kg
Fluggewicht: 9600 kg
Exemplare:
Quellen:
Original Flugzeug-Handbuch Do 335 A-1 [D.(Luft) T. 2335 A-1, Teil 0]  vom Dezember 1944 für Maße und Gewichte
Dornier - Die Chronik des ältesten deutschen Flugzeugwerks, Aviatic 1995 für Leistungen

Die Maschine mit der WNr. 240 102 und dem Stammkennzeichen VG+PH gelangte nach Ende des 2. Weltkriegs zunächst als Kriegsbeute in die USA. Nach einer eingehenden Evaluierung durch die Amerikaner in Patuxtent River wurde das Flugzeug schließlich an das NASMübergeben und so für die Nachwelt erhalten. Knapp 30 Jahre später, 1974, kehrte die Do 335 jedoch als Leihgabe nach Deutschland zurück.

Im Oktober 1974 wartet die etwas ramponiert wirkende Do 335 im Frachtbereich des Frankfurter Flughafens auf den Weitertransport nach Oberpfaffenhofen zu Dornier. Man beachte die abenteuerliche Konstruktion zur Abstützung des Flugzeugs!

Bis 1989 war die in den siebziger Jahren bei Dornier restaurierte Maschine als Leihgabe im Deutschen Museum zu sehen. Die Aufnahme unten schoß ich als Zwölfjähriger bei einem Besuch im Deutschen Museum in München.

Mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Museums, München 

Nach Auslaufen des Leihvertrages wurde die Maschine an das National Air and Space Museum (NASM) zurückgegeben, wo sie zunächst wieder ins Depot wanderte.  Die Aufnahmen unten entstanden am 7. April 1993 während eines Besuches im Außenlager des NASM in Silver Hill.

Man sieht auf diesem Foto des hinteren Rumpfes sehr gut das Stammkennzeichen der Maschine, VG+PH.

Alle Teile waren 1993 noch so verpackt, wie sie 1989 aus Deutschland zurückgekommen waren. Entgegen anderslautender, in "informierten" Kreisen kursierender Gerüchte war die Maschine jedoch nicht auf einem Abenteuerspielplatz gelandet, wie diese Bilder eindeutig beweisen. Im Bild oben sieht man das Leitwerk mit der Werknummer und die Höhenflossen.

Dieses Foto des Adreßaufklebers beweist, daß die Maschine aus Deutschland direkt ins Depot wanderte...

Seit 1993 bewegte sich im NASM jedoch einiges, der Rumpf der Maschine war in den späten 1990er Jahren bei der Führung durch das Depot in Silver Hill zu sehen.

Hier eine Detailaufnahme der Kanzel im finsteren Depot in Silver Hill, MD vom 30. August 1999.

Dieser Schnappschuß des Cockpits zeigt das Instrumentenbrett. Bei der Restaurierung in Deutschland mußten bezüglich der Instrumente und Schalter in Ermanglung von Originalteilen Kompromisse eingegangen werden. Die Perfektionisten vom NASM wollen mit Hilfe eigener Instrumente den absoluten Originalzustand wiederherstellen. Dazu wurden zunächst alle Schalter und Instrumente, die nicht paßten, ausgebaut.

© 10.05.2014 by Dr.Christoph Vernaleken. This article may not be published - as whole or in excerpts - in any form without written permission of the author

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